1000. Mitarbeiter eingestellt

erschienen in: Sächsische Zeitung vom 30. April 2008
von Heiko Engel

Marie-Louise Papke (vorn) ist die 1000. Mitarbeiterin, die das Bautzener IC Team eingestellt hat. Der erste Mitarbeiter war Alexander Dlabola (l.), heute Geschäftsstellenleiter bei IC. Rechts im Bild Enrico Paul, Chef von IC Team.
Die Zeitarbeitsfirma IC Team aus Bautzen wächst kräftig und hat mittlerweile 18Filialen in vier Bundesländern. Marie-Louise Papke aus Sangerhausen ist die 1000. Mitarbeiterin der Bautzener Zeitarbeitsfirma IC Team. Die 21-Jährige profitiert vom rasanten Wachstum des Unternehmens. Der Personalbestand verdoppelte sich seit 2005, zehn Filialen kamen hinzu. Mittlerweile betreibt IC Team 18Geschäftsstellen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bayern, die ihre Mitarbeiter zeitlich befristet an Firmen vermitteln. 60IC-Team-Angestellte betreuen die Kunden.

Umsatz von 20 Millionen Euro
Die Weichen stehen auf Expansion: „Unser Wachstum liegt bei jährlich zwischen 25 und 30Prozent. 2007 hatten wir einen Umsatz von 20 Millionen Euro“, sagte Geschäftsführer Enrico Paul. „Der Trend geht in Deutschland zu mehr Zeitarbeit.“ Gefragt seien vor allem Facharbeiter im Stahlbau, Schweißer und Elektriker. „Gerade der Kraftwerksbau boomt.“ Er würde von heute auf morgen 150 zusätzliche Spezialisten einstellen, so Paul. „Wenn wir die Leute finden könnten.“ Zu einem immer bedeutenderen Markt für Zeitarbeitsfirmen entwickelten sich Kranken- und Altenpflege, ist der Geschäftsführer überzeugt. Einrichtungen hätten zunehmend Schwierigkeiten, Kräfte zu finden. IC Team wolle deshalb auch in diesem Bereich Fuß fassen.
Durch den Mangel an Fachkräften hat sich auch die Konkurrenzsituation vieler Zeitarbeitsfirmen geändert, beobachtet Paul. Noch vor einiger Zeit mussten Kunden stärker umworben werden, inzwischen sei der Trend umgekehrt und Firmen fragten von sich aus nach. Härter umkämpft sei der Zeitarbeitsmarkt aber immer noch da, wo es nicht um Spezialisten sondern Hilfskräfte gehe. – Angesichts der Entwicklung in seiner Branche wies Paul Vorwürfe zurück, Zeitarbeit verdränge Arbeitsplätze und sei unterbezahlt. „Jeden kann sehen, dass Zeitarbeit einen offenbar existierenden Bedarf der Wirtschaft abdeckt. Andererseits bauen wir für unsere Mitarbeiter eine Berücke zum eigenen Einkommen.“

Traumziel: Schauspielschule
Marie-Louise Papke zum Beispiel habe nach ihrer Ausbildung zu Verkäuferin mit Minijobs gegen die Arbeitslosigkeit gekämpft, so der IC-Team-Chef. „Ich bin froh, den angestrebten Einstieg in den Arbeitsmarkt geschafft zu haben“, sagte die junge Frau aus Sangerhausen. Sie wurde an ein mittelständisches Unternehmen vermittelt und arbeitet in der Produktion. Für sie der erste Schritt, um sich einen Traum zu erfüllen: „Ich möchte die Schauspielschule besuchen.“
IC-Team vermittelt nicht nur, das Unternehmen qualifiziert auch Mitarbeiter, um spezielle Kundenwünsche zu erfüllen. Dies gelinge in drei bis sechs Monaten, erklärte Alexander Dlabola, Leiter der Hoyerswerdaer Geschäftsstelle. Die Unternehmen könnten dann die Mitarbeiter in der Aufschwungphase einsetzen.

 

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