Neustart in der Weigl-Halle

Zwei Jahre stand die ehemalige Gießerei in Salzenforst leer. Jetzt zieht dort das IC Team ein – und will neue Jobs schaffen.

erschienen in: Sächsische Zeitung vom 08. September 2016
von Sebastian Kositz

Salzenforst. Viel hatte sich nicht getan. Über Monate hinweg war die riesige Weigl-Halle am Rand des Gewerbegebiets in Salzenforst verwaist. Doch das ändert sich gerade. Denn in die ehemalige Gießerei zieht jetzt das Bautzener IC Team ein. Die Firma wird in der Weigl-Halle künftig Stahlteile lackieren – ein spezieller Geschäftsbereich der IC-Team-Gesellschaft Engineering und Industriedienste. Und nicht nur das. Auch die Verwaltungsgesellschaft und die Geschäftsleitung des Unternehmens sitzen künftig mit im Gewerbegebiet in Salzenforst.

Erste Mitarbeiter sind eingezogen

In den Büros neben der Halle haben sich bereits die ersten Mitarbeiter eingerichtet, in der neuen Cafeteria stehen Tische und Stühle. Derweil werden in der insgesamt 3 200 Quadratmeter großen Halle gerade die Maschinen angeliefert. An der Front des Industriebaus, wo bis zuletzt in riesigen Buchstaben der Name des früheren Eigentümers der Gießerei zu lesen war, strahlt nun das Logo des IC-Teams.

Dass in und an dem Gebäude vieles in Rot gehalten ist, finden die neuen Besitzer durchaus praktisch. „Das passt zu unseren Farben“, sagt Jörg Beutel, einer der beiden Geschäftsführer. Doch nicht nur wegen der Farbgebung ist der Chef sehr zufrieden, dass es mit der früheren Weigl-Halle in Salzenforst geklappt hat. „Wir haben uns schon längere Zeit umgeschaut“, sagt Jörg Beutel. Vor allem die Nähe zu Bautzen, aber auch zur Autobahn seien dabei durchaus wichtige Faktoren gewesen.

Bereits seit drei Jahren gibt es bei IC Team eine eigene Sparte für Korrosionsschutz und Industrielackierungen. Bisher war das Unternehmen in zwei gemieteten Hallen in Boxberg untergebracht. „Dort sind wir aber an Kapazitätsgrenzen gestoßen“, erklärt Jörg Beutel. Der Betrieb war einst eher durch Zufall entstanden. Bei einem Kunden hatte sich ein Zulieferer zurückgezogen. Stattdessen sprangen die beiden Geschäftsführer vom Bautzener IC Team, Jörg Beutel und Enrico Paul, ein. Die Aufträge für die Lack- und Beschichtungsspezialisten kommen direkt aus der Region. Schwerpunkt ist hierbei der Stahlbau.

 

Zufriedenheit mit dem Kerngeschäft

Zufrieden sind die Chefs indes auch mit ihrem ursprünglichen Kerngeschäft, der Überlassung von Mitarbeitern. Das Unternehmen unterhält 21 Büros, ist in Sachsen flächendeckend vertreten. Niederlassungen gibt es aber auch in Bayern, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin. Gegenwärtig hat die Firma knapp 1 200 Mitarbeiter unter Vertrag – so gut wie alle mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag, wie Geschäftsführer Jörg Beutel sagt. Erst im Februar hatte der Personaldienstleister das 25-jährige Bestehen gefeiert. Passend dazu erhielt das Unternehmen einen wichtigen Preis. Als herausragender Arbeitgeber wurden die Bautzener mit dem Top-Job-Siegel 2016 geehrt.

Neben der Zeitarbeit und der Sparte für Industrielackierungen gehören zum Unternehmen auch ein Gebäude- und ein Aufzugsservice. Letzterer wird ebenfalls mit in die frühere Gießerei in Salzenforst einziehen. Für die Ausstattung der Halle hat das Unternehmen auch neue Technik angeschafft. Insgesamt peilt das IC Team in der Lackiererei eine höhere Produktivität an, will deshalb am neuen Standort auch das Personal Schritt für Schritt aufstocken. „Im Moment suchen wir zum Beispiel einen guten Stapelfahrer“, erklärt Jörg Beutel. Freie Stellen, so sagt der Chef, gebe es beim IC Team aber auch in anderen Bereichen.

Die ehemalige Gießerei in Salzenforst war ab 2005 errichtet und ein Jahr später in Betrieb genommen worden. Doch schon 2009 hatte der Besitzer Franz-Josef Weigl die Produktion wieder eingestellt. Zwischen 2011 und 2014 mietete sich schließlich die Chemnitzer Firma Trompetter Guss ein. Allerdings war das nur eine Interimslösung, bis die Erweiterung am Hauptsitz abgeschlossen war.

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